Wir dürfen lernen jeden Menschen so zu nehmen, wie er ist. Wir möchten schließlich auch so genommen werden, wie wir sind. Wir möchten auch das tun und lassen, was wir möchten, ohne, dass wir manipuliert oder verurteilt werden, oder? Wir möchten für unsere Entscheidungen geliebt werden, ob für oder gegen ein Vorhaben. Wir möchten doch auch ganz frei entscheiden dürfen. Also, aus welchem Grund, können wir das nicht auch anderen Menschen zugestehen? Wir versuchen oftmals unsere Meinung oder unser Vorhaben durchzudrücken, ohne auf die Meinung von unserem Gegenüber zu achten. Wir trampeln manchmal unbewusst oder auch bewusst auf den Gefühlen von unserem Gegenüber. Es ist uns oftmals gleich, ob dieser Mensch mit unserer Entscheidung einverstanden ist, ob er an diesem Vorhaben teilhaben möchte oder unserer Meinung ist. Wir lassen diesem Menschen gar keine andere Wahl, entweder es wird gemacht wie oder was wir wollen oder es gibt Ärger. Oder wir sind enttäuscht. Wir achten nicht darauf, dass diese Person mit Sicherheit einen triftigen Grund hat nicht unserer Meinung zu sein. Vielleicht hat der – oder diejenige einfach keine Lust oder keine Zeit für uns, auch das sollten wir respektieren. Eventuell weckt das schlechte Erinnerungen auf? Wer weiß?

Ich habe in letzter Zeit erfahren dürfen, dass wenn ich Etwas von jemandem erwarte, es dann nicht wirklich erwarte, sondern ich es der Person wirklich, wirklich überlasse, ob sie mir diesen Gefallen macht oder meiner Meinung ist oder was auch immer. Sobald ich Etwas erwarte, dann warte ich darauf und wenn sich dieser Mensch anders entscheidet, dann bin enttäuscht, traurig, gekränkt oder was auch immer. Was habe ich davon, wenn ich Etwas erwarte? Nichts! Was habe ich davon, wenn ich Druck aufbaue? Nichts! Außer vielleicht Gegendruck und eine unerträgliche Situation. Wenn ich meinem Gegenüber die Wahl nicht überlasse bzw. erwarte, dass sie mich nicht enttäuscht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich sie verletze, weil sie widerwillig Etwas tun muss. Es besteht auch die Möglichkeit, dass diese Person mich verletzt, wenn sie nicht macht, was ich erwarte. In Wirklichkeit verletze ich mich selber. Ich impliziere diesem Menschen, dass er mich nicht gern hat, mich nicht liebt, mit mir nichts zu tun haben will oder Ähnliches. Ich übersehe dabei, dass dieser Mensch seine ganz eigene Geschichte hat, dass er so reagiert, wie er reagiert. Gleichzeitig beginne ich mich wertlos zu fühlen. Das Kopfkino fängt an sich zu bewegen. Es kommen allerlei Dinge an die Oberfläche und die sind meistens nicht sooo prickelnd. Es tauchen ganz alte Sachen auf, die ich mir oder Anderen noch nicht verziehen habe. Ich darf lernen mit alten Themen Frieden zu schließen. Ich der Meinung, wenn ich mit bestimmten Situationen oder Personen Frieden schließe, werde ich freier, komme der Selbstliebe einen Schritt näher. Bin ich in der Selbstliebe und handle ich daraus, wird es plötzlich unwichtig, ob sich jemand für oder gegen mich entscheidet. Wenn ich aus meinem Herzen heraus handle, entscheidet mein Gegenüber eher für mein Vorhaben oder für mich. Gesetz der Anziehung ;-).

Es fällt uns leichter Menschen, die wir nicht so gut kennen, so zu nehmen wie sie sind oder da stehen zu lassen wo sie sind. Die berühren uns ja nicht wirklich. Interessant wird es mit guten Freunden oder mit der Familie. Den Eltern, Kindern… Da stellt es sich wirklich heraus, wie wir zu uns stehen und inwieweit wir unserem Gegenüber da stehenlassen können, wo er steht.

Sollte es nicht so sein, dass wenn wir eine Person lieben, sie so sein lassen sollten, wie sie ist? Aus welchem Grund manipulieren wir die Menschen, die wir lieben? Ich bin der Meinung, wir haben verlernt bedingungslos zu lieben. Wir haben gelernt oder erfahren dürfen, dass wir geliebt werden, wenn wir eine Bestimmte Bedingung erfüllen. Genau das geben wir weiter. Wir lieben, wenn unser Gegenüber bestimmte Bedingungen erfüllt. Wir lieben die Person oftmals nicht weil sie ist, wie sie ist, sondern wir lieben, das, was sie für uns tut.